Federn über London - Willkommen in den Reihen der Engel von London!


Finde zusammen mit der Protagonistin Clear heraus, dass es neben den Menschen noch unendlich viel zwischen Himmel und Erde gibt. Denn die Millionenmetropole London beherbergt nicht nur Männer und Frauen, sondern auch unzählbare Übersinnliche.

 

Band 1: Erwachen (November 2020)

Band 2: Irreführung (Februar 2021)

Band 3: Suche (Mai 2021)

Band 4: Überleben (August 2021)



Federn über London - Erwachen

 

Ebook:      332 Seiten

Print:        332 Seiten

Kosten:    3,99 € Ebook/ 12,99 € Print

Verlag:     Selfpublishing

Erscheinungsdatum: 10.11.2020

Genre:     Urban-Fantasy

 

Klappentext:

Als Clear erwacht, kann sie sich an nichts mehr erinnern. Weder weiß sie, wer sie ist, noch warum sie in einer Wanne voller blauem Wasser liegt. Als ihr eröffnet wird, dass sie gestorben ist und von nun an als Todesengel in London Seelen sammeln soll, glaubt sie an einen üblen Scherz.
Doch die schwarzen Schwingen auf ihrem Rücken überzeugen sie von der Wahrheit.
Zusammen mit ihrem Teamleiter Ease und den anderen Todesengeln sorgt sie von nun an dafür, dass die Seelen der Verstorbenen zurück in den Lebensstrom gelangen. Allerdings wartet in der Welt der Übersinnlichen noch viel mehr auf Clear und auch Londons Unterwelt mit all ihren magischen Wesen ist in Aufruhr. Denn das dunkle Nichts hat sich gerade jetzt vorgenommen, die Millionenmetropole ins Chaos zu stürzen.

 

Das Buch ist als Taschenbuch, Hardcover und Ebook erschienen! Band 2 folgt im Februar.

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Federn über London - Irreführung

 

Ebook:      408 Seiten

Print:        408 Seiten

Kosten:    4,99 € Ebook/13,99 € Print

Verlag:     Selfpublishing

Erscheinungsdatum: 10.02.2021

Genre:     Urban-Fantasy

 

Klappentext:

 

Bist du bereit für die Unterwelt Londons?

 

 

 

Völlig unerwartet erhält Clear ihren ersten Schub und steigt zu einem Engel des zweiten Trimesters auf. Zuerst erleichtert sie das, denn es bedeutet, dass sie gemeinsam mit Ease und den anderen Todesengeln die Seelen Verstorbener einsammeln kann.

 

Doch London ist in Aufruhr und die Vermutung, dass das dunkle Nichts Jagd auf Clear und ihre Kollegen macht, birgt große Gefahren. Niemand weiß, wer den Jäger aufgeschreckt hat, aber ein Hinweis führt sie direkt in die Tiefen der Unterwelt. Zusammen mit ihren Kollegen und dem gefallenen Engel Daimion begibt sich Clear dorthin, ohne zu merken, dass die Lösung vieler Rätsel direkt vor ihr liegt.

 

Das Buch ist als Taschenbuch, Hardcover und Ebook erschienen! Band 3 folgt im Mai

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Leseprobe:

 

 

Kapitel 1

 

 

 

 

 

 

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Langsam tauchte mein Geist aus einer Dunkelheit auf, von der ich nicht wusste, wie ich hineingeraten war. War ich ohnmächtig geworden? Hatte ich tief geschlafen? Oder war beides nicht der Fall gewesen? Meine Gedanken flossen zäh und ich schaffte es nicht, die dunklen Fetzen abzuschütteln.

 

Was war als Letztes geschehen?

 

Ich versuchte, mich daran zu erinnern, zwang mich regelrecht dazu, und glaubte dabei, die Stimme eines Mannes in der Ferne zu hören. Seine Worte blieben verschwommen, als würde ich ihm durch Wasser lauschen, aber sein Tonfall war anklagend, verletzend. Eine Frau antwortete laut, beinahe kreischend, und im nächsten Moment wurde die Ruhe um mich herum von einem verzweifelten Schrei zerfetzt. Schmerzen brandeten in mir auf und es riss mich mit einem Schlag aus meiner Benommenheit. Mein Herz hämmerte gegen die Innenseite meiner Brust und ich schlug die Augen so erschrocken auf, dass mir schwindelig wurde. Was war das gewesen? Wieso hatte ich das Gefühl, innerlich zu zerbrechen, und warum zerfraß mich solche Schuld?

 

Mit zitternden Händen tastete ich nach meinem Gesicht, weil Tränen meine Wangen benetzten. Ein Traum … Es musste einer gewesen sein, denn sonst hätte ich mich doch genauer an alles erinnern können, oder? Aber nur die Stimmen waren geblieben und selbst die verblassten immer mehr.

 

Tief durchatmend ließ ich die Hände wieder sinken, zuckte jedoch zusammen, als sie nicht auf einer Matratze aufkamen, sondern in warmes Wasser eintauchten, das perfekt meiner Körpertemperatur angepasst war. Verwirrt nahm ich den Blick von der weißen Decke über mir, die nur durch blasses Licht erhellt wurde – und fuhr mit einem Keuchen in eine sitzende Position.

 

Ich hatte bisher in keinem Bett gelegen, sondern in einer Art Wanne, die mit hellblauem Wasser gefüllt war, sodass mein Körper etwa zehn Zentimeter tief darin lag. Und ich war vollkommen nackt.

 

„Was …?“, begann ich und betrachtete erst die Wanne und dann den Raum um mich herum. Er war leer bis auf das Ding, in dem ich saß, wirkte wie ein Krankenhauszimmer und besaß einzig eine Tür, die hinausführte. Verwirrt beugte ich mich über den Wannenrand und verstand nun, dass das sanfte Licht von schlanken Ranken kam, die den Behälter hielten. Dutzende von ihnen drehten sich ineinander und fungierten als eine Art Fuß. Sie waren jedoch nicht braun oder grün, wie ich es von Pflanzen kannte, sondern schimmerten bläulich, genau wie das Wasser in der Wanne.

 

Ich …

 

Das Entsetzen krallte sich tief in mein Herz, das sogleich eine Spur schneller schlug. Ja, ich … Wer war ich eigentlich? Da war nur die blasse Erinnerung an den Streit, aber ansonsten nichts. Panisch betrachtete ich meine Hände, die Arme und den nackten Körper. Ich musste sogar schauen, welche Haarfarbe ich besaß, und hätte am liebsten geschrien, während ich die blonden Strähnen durch die Finger gleiten ließ. Nichts davon war mir vertraut. Aber das konnte doch nicht sein. Wieso wusste ich nicht, wer ich war?

 

Da öffnete sich die Tür und eine Gestalt trat aus einem viel helleren Gang herein, weshalb ich geblendet wurde und zur Seite schauen musste.

 

„Du bist wach. Das ist gut“, säuselte eine weiche Stimme, die zu einer Frau gehören musste. „Ich weiß, du hast viele Fragen, und ich werde sie dir alle beantworten. Aber vorher muss ich dich bitten, aus dem Becken zu steigen.“

 

Sie trat zu mir und hob mir eine Hand anbietend entgegen. Aber der Gedanke, von dieser Fremden berührt zu werden, steigerte die Panik in meinem Inneren nur, sodass ich von ihr fortzuckte und dabei versuchte, meinen Körper zu bedecken. War ich entführt worden? Würden schreckliche Experimente an mir veranstaltet werden? Meine Augen weiteten sich noch mehr. Oder waren sie bereits an mir verübt worden? Wieso sonst sollte ich keine Erinnerungen besitzen?

 

„Nein“, brachte ich hervor, schlug die helfende Hand beiseite und wollte fliehen. Dabei rutschte ich jedoch auf dem Boden der Wanne aus und fiel mit einem überraschten Schrei heraus. Schwer prallte ich auf den weiß gefliesten Boden.

 

„Beruhige dich“, rief die Frau nun streng und eilte zu mir, um erneut nach mir zu greifen. Doch ich wich ihr aus, krabbelte aus ihrer Reichweite und sprang auf die Füße, um im nächsten Moment aus dem Raum zu fliehen.

 

„Warte, bitte“, beschwor mich die unbekannte Frau und eilte mir nach. Aber das machte mich noch verzweifelter.

 

All meine Kräfte zusammennehmend rannte ich durch die Tür und wurde von einem hell erleuchteten Korridor empfangen. Er war nicht so steril wie der Raum, in dem ich aufgewacht war, sondern bestand aus einem warmen Holzboden und hüfthoch getäfelten Wänden, was sehr einladend gewirkt hätte, wenn ich nicht so in meiner Panik gefangen gewesen wäre. Stattdessen nutzte ich die überraschende Breite des Ganges, um meine wackeligen Beine zu einer Kurve zu zwingen, damit ich nicht gegen die Wand prallte. Schnell eilte ich den Flur entlang, ließ weitere Türen links liegen und stürmte auf eine Doppeltür am Ende zu, wobei meine nackten Füße für mich unangenehm laut auf die Dielen trafen.

 

„Nein, nicht da entlang“, hörte ich die Stimme ängstlich rufen. „Du bist doch …“

 

Ehe sie aussprechen konnte, stieß ich die beiden Flügel auf und taumelte in den Gang dahinter. Mein Körper war so schwach, dass ich das Gleichgewicht verlor und mit einem Keuchen zu Boden fiel. Unkontrolliert und durch die an meiner Haut verbliebene Feuchtigkeit getragen, schlitterte ich über ihn, ehe mich die nächste Wand aufhielt. Benommen blieb ich liegen und erstarrte, als erschrockene Rufe ertönten.

 

Langsam hob ich den Kopf und sah Dutzende überraschte Augenpaare, die auf mir lagen. Scharf sog ich die Luft ein, drückte mich gegen die Wand und versuchte, mit Armen und Beinen meine Blöße zu verstecken. Das musste ein Albtraum sein. Es musste einfach!

 

„Jetzt starrt sie doch nicht so an“, rügte eine befehlsgewohnte Stimme und im nächsten Moment kniete sich ein Mann zu mir, der noch währenddessen seinen langen blauen Umhang abnahm und ihn mir hilfsbereit über die Schultern legte. Er war blond, vielleicht Ende zwanzig und warf den Leuten um mich herum einen finsteren Blick zu. Doch der Ausdruck verschwand, als er sich mir zuwandte und freundlich lächelte. „Du brauchst keine Angst zu haben. Niemand hier will dir etwas Böses.“

 

Obwohl ich keinen Beweis für diese Behauptung hatte, sprang ich nicht wieder auf, sondern verharrte. Etwas zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Ein Detail an diesem Mann war anders, merkwürdig. Meine Panik legte sich so weit, dass ich genauer hinsehen konnte. Ich wusste nicht, ob es an seinen warmen türkisfarbigen Augen lag, an seinem Lächeln oder … Schon wieder riss ich die Augen auf, als er doch tatsächlich zwei weiße Schwingen ausbreitete, um mich vor den Blicken der anderen abzuschirmen. Bevor die Federn mir die Sicht nehmen konnten, erkannte ich, dass auch jeder um ihn herum welche auf dem Rücken trug. Schnell wandte ich den Kopf, um über meine Schultern schauen zu können. Und tatsächlich … Auch ich trug Schwingen. Sie waren jedoch viel kleiner und … schwarz.

 

„Bei den hohen Mächten, Lance, wie gut, dass du gerade in der Nähe warst“, hörte ich die atemlose Stimme der Frau, der ich zuerst begegnet war, doch ich ignorierte sie.

 

„Ich bin … tot?“, brachte ich zitternd hervor.

 

„Nein“, antwortete mir der blonde Mann, der wohl Lance war und nun sacht seine Hände auf meine Schultern legte. „Nicht mehr. Dir wurde eine zweite Chance gegeben.“

 

„Als was?“, unterbrach ich ihn rüde. „Als Engel?“

 

„So in etwa, ja.“

 

Vielleicht hatte er gedacht, dass mich das beruhigen würde, aber das Gegenteil war der Fall. Das war also der Grund, wieso ich mich an nichts erinnern konnte. Ich war gestorben. Die Panik siegte nun über mich und meine Lungen weigerten sich, Luft aufzunehmen. Ich griff mir an die Brust, als ob mein Herz zerreißen würde, während heiße Tränen über meine Wangen rannen.

 

Da löste Lance die Hände von meiner Schulter und zeichnete mir etwas auf den Rücken. „Zerus“, murmelte er leise und im nächsten Moment zog mich eine warme Zufriedenheit zurück in die Bewusstlosigkeit.